WM-Erwartungen

WM-Erwartungen

Sie wollen nach Hamburg! Hauptziel von Bundestrainer Christian Prokop ist das Halbfinale. Aber ist das zum aktuellen Zeitpunkt wirklich realistisch? Um dorthin zu kommen, muss auf jeden Fall eine der Top-Mannschaften geschlagen werden – entweder Weltmeister Frankreich oder Europameister Spanien.  

Die Weltspitze im Handball ist so breit wie schon lange nicht mehr, deswegen die junge, aber hochtalentierte, deutsche Mannschaft keiner der Top-Favoriten. Um die großen Teams schlagen zu können, ist eine geschlossene Mannschaftsleistung notwendig und keine Show der Einzelkönner. Dennoch ist die Erwartungshaltung der Fans hoch – schließlich sollte man als Gastgeber so lange wie möglich im Turnier bleiben.  

Natürlich ist die Heim-WM das Highlight für alle Beteiligten – sowohl Trainer als auch Spieler – denn mit den Fans im Rücken ist Einiges möglich, wie man am Weltmeistertitel von 2007 gesehen hat. Dafür ist es allerdings notwendig diese Euphorie wieder zu entfachen und das gelingt nur, wenn die Fans sich mit der Mannschaft identifizieren können. Aber wie bekommt man so etwas hin? Die Motivation ist da! Aber kann dem erhöhten Druck auch in den entscheidenden Situationen standgehalten werden? Können die Massen durch eine leidenschaftliche Spielweise und den nötigen Kampfgeist mitgerissen werden? Die Hallen werden voll sein – insbesondere in den Spielorten der deutschen Mannschaft. In den großen, bereits so gut wie ausverkaufen Arenen in Köln und Berlin, wird das Team die Fans im Rücken haben. Wenn dort der Funken auf das Publikum überspringt, entsteht ein Hexenkessel, in dem jede Mannschaft geschlagen werden kann. 

Entscheidend dafür wird aber wohl trotzdem der Start in das Turnier sein. Wenn der gelingt, ist alles möglich. Wenn die Mannschaft von Anfang an ein Team ist und die Fans von sich als solches überzeugen kann, dann ist jede Überraschung denkbar. Denn so kann die Mannschaft sich in einen Rausch spielen und mit den Fans im Rücken bis an ihre Grenzen gehen, um das vielleicht Unmögliche möglich zu machen. 

Es wäre doch mal wieder Zeit für ein Wintermärchen – findet ihr nicht?

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