Mein Engagement als Schiriobmann

Mein Engagement als Schiriobmann

Warum ich den Job freiwillig angenommen hatte, weiß ich bis heute nicht. Eigentlich wollte ich durch mein aktives Videocoaching die vorhandenen Vereinschiris auf Vordermann bringen. Der Verein zahlte jedes Jahr Tausende von Euros an Strafgeldern für die fehlenden Schiris zur Soll-Ist-Stellung. Laut der Bestimmung muss der Verein 43 Schiedsrichter stellen, da er eben auch leistungsorientiert Handball anbietet. Laut der letzten Soll-Ist-Berechnung wurden 5 Schiris gewertet.

Ich bat letztes Jahr dem Abteilungsleiter meine Hilfe an, hier einmal gegenzusteuern. So fing ich schon im März an mit einem Flyer für neue Schiris und auch Kampfrichter zu werben. In einer Trainersitzung bat ich alle Trainer in ihren Mannschaften zu werben. Auch ich warb direkt in der Halle, um Kampfrichter direkt bei den Spielen. So kam es dann, dass ich 7 Jungschiris und 7 neue Kampfrichter ausbilden lassen konnte. Bei unserem jüngsten Schirianwärter handelte es sich um den 12-jährigen Finn. Für ihn bekam ich eine Sondergenehmigung, da ich mich für ihn eingesetzt hatte. Er war für sein Alter und durch die Förderung seines Vaters, der schon Schiri war, extrem weit. Er bestand die Prüfung zu 100%! Der Hamburger HV bietet leider nicht den Juniorschirischein an, den einige Landesverbände positiv zur Schiriausbildung anbieten. Denn in meinen Augen ist dieser Juniorschirischein unerlässlich, um das Schiristerben durch den demographischen Wandel vorzubeugen!

Seit einem Jahr begleite ich nun Finn und die anderen aktiven Heimschiris bei den E– und D-Jugendspielen, die wir als Heimverein besetzen müssen. Nebenbei begleite ich auch unsere anderen Jungschiris, die seit ein paar Jahren oder auch erst noch in den Startlöchern stehen, teilweise mit der Kamera. Durch das Videocoaching bekommen die Jungschiris ihre ersten Eindrücke, wie sie sich auf dem Feld bewegen. Das wird sehr positiv angenommen und hilft der persönlichen Weiterentwicklung. In den letzten Jahren habe ich das Videocoaching weiter vorangetrieben, sodass diese Arbeit in Verbindung mit meiner aktiven Schirihomepage weite positive Wellen geschlagen hat.

Natürlich hatte ich für all die Arbeit auch einige Bedingungen an den Verein gestellt. Ohne finanzielle Unterstützung wäre das Projekt zum Scheitern verurteilt gewesen. Glücklicherweise steht hier auch ein Förderverein zur Seite, der finanziell einiges wuppen kann. Ich bat alle Trainer bei Trainings– und Freundschaftsspielen mich anzuschreiben, ob ich ein Gespann oder Einzelschiri hätte. Ausnahmslos wurden alle Einsätze der Schiris bezahlt. Die Schiris bekamen ihre erste Ausrüstung vom Verein gestellt, zu allen Spielen habe ich einen ausgebildeten Schiri zur Seite gestellt oder ich war persönlich in der Halle. Das Publikum hatte diese Fördermaßnahme sehr positiv aufgenommen und verhielten sich stets sportlich gegenüber den Jungschiris. Man liest ja regelmäßig von verbalen Ausschreitungen in den Hallen durch die Eltern, was also hier bei uns super läuft.

Für unseren jungen Finn, der seit einem Jahr nun im Gespann gecoacht wird, läuft ein Antrag zur Anmeldung für den Bezirk. Er wird im Oktober 14 Jahre alt und somit kann der Schiedsrichterausschuss auch eine Sondergenehmigung für solch ein Talent erteilen, zumindest erhoffe ich es mir sehr. In der Satzung steht, dass ein Anwärter eigentlich min. 16 Jahre alt sein muss. Aber auch Ausnahmen sind möglich. Und wenn wir Schiris ausbilden lassen müssen, dann wäre dies mehr als fair, sich auch dieses Talent mal anzusehen.

Fazit nach fast einer ganzen Saison: Von den 7 Anwärtern pfeifen 5 aktiv mit viel Spaß an der Pfeife. Ein weiteres Junggespann kann für die nächste Saison als aktives Gespann in den Bezirkskader gemeldet werden und 2 weitere Schiris sind auch ein Stück gewachsen. Aber auch unsere beiden behinderten Schirikollegen Sven und Florian werden von Freiwurf HH und dem Verein gefördert. Natürlich muss ich jede Woche alle Kollegen an die offenen Spielaufträge erinnern, aber ich denke zum Ende der Saison stehen 13 Schiris für die Soll-Ist-Bestimmung zur Verfügung. Ich werde aber nun diese Aufgabe abgeben und als aktiver Videocoach weiter durch die Lande ziehen und hoffe, dass der Verein diese neue Struktur fortsetzt. Aber ich bleibe dem Verein als Mitglied treu und werde immer wieder mal ein Auge darauf richten, besonders auf Finn. Alles weitere an Anregungen findet ihr auf www.meischt.de

Mit sportlichen Grüßen und allen Schirikollegen stets Gut Pfiff

Euer Heiko

2 Gedanken zu „Mein Engagement als Schiriobmann

  1. Hallo Heiko,
    Tja, so ist es eben, wenn man mit leib und seele visionen verfolgt um den Sport, den man liebt, voran zu bringen. Auch wenn es nur kleine schritte sind so hast du schon einiges erreicht. Ich kann nur sagen, mach weiter so.

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